Wie ist der Roman entstanden?

Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, einen Roman zu schreiben. Ich war ein gefragter Journalist, das genügte mir. Doch dann passierten mehrere Dinge, die eine besondere Eigendynamik bekamen.

Im Frühjahr 1999 verbrachte ich mit meiner irischen Tochter Lovis die Pfingstferien in Irland, um ihr das Land und den Ort ihrer Geburt zu zeigen. Wir lebten bei Freunden an Carne Beach, County Wexford.

Kurz zuvor aber war ich mehrmals als Reporter in Dublin gewesen, um für das Magazin Marie Claire die Geschichte über die Ermordung der Journalistin Veronica Guerin zu recherchieren. Und für den Playboy hatte ich die Geschichte über das Leben und Sterben des wahnsinnigsten Dubliner Banditen Martin Cahill ausgeforscht, den man nur "The General" nannte.

In diesen Frühlingstagen des Jahres 1999 empfand ich das Nebeneinander meines irisch-romantischen Lebens mit meiner Tochter und das harte, mitleidlose Banditen-Szenario in Dublin, das ich in allen Einzelheiten ausgekundschaftet hatte, als einen faszinierenden, reizvollen Gegensatz.

Aber noch fehlte die Initialzündung, der Plot für ein so verrücktes Unternehmen wie einen Roman.

Die Geschichte, die alles in Bewegung setzten sollte, fand ich dann allerdings nicht in Irland, sondern in England, genauer in London und in Wales. Denn dort recherchierte ich für den Playboy den Fall des verschollenen Popstars Richey James Edwards von den "Manic Street Preachers".

Und mit einem Mal fügte sich alles zu einer großen Geschichte.

Ich erinnere mich noch genau an jenen Sonntag-Morgen im Sommer 1999, als ich meiner wunderbaren Frau Sabine bei einem Spaziergang entlang der Isar die Geschichte erzählte, die in meinem Kopf entstanden war: Ein verkrachter Fotograf, der einen Job als Chauffeur und Gesellschafter einer alten Dame und ihres verschrobenen Sohnes in Irland annimmt. Und der, weil er sich dabei wie lebendig begraben fühlt, einem verschollenen irieschen Popstar nachforscht, damit überhaupt irgendetwas Spannendes in seinem Leben passiert.

"Das ist eine gute Geschichgte", sagte Sabine. "Du musst sie unbedingt schreiben.

Einen Monat später erzählte ich bei einem Sommerfest in einer Villa am Starnberger See die Geschichte noch einmal, diesmal aber dem Cheflektor des Goldmann Verlages. "Das klingt sehr spannend", sagte er, "schreib mir ein Exposé und die ersten beiden Kapitel. Wenn es gut ist, machen wir einen Vertrag." Und ich bekam den Vertrag.

18 Monate brauchte ich, um nachts, nachdem ich meine Auzfträge als Journalist erledigt hatte, meinen Irland-Krimi zu schreiben. In diesen hunderten von Nächten und tausenden von einsamen Stunden am Computer hörte ich immer nur ein einziges Lied, hörte es bestimmt zehntausend Mal, ohne seiner überdrüssig zu werden. Es war natürlich ein irisches Lied, heißt "The Ballad of Ned Divine" und stamnmt aus dem Soundtrack des Filmes "Lang lebe Ned Divine".

Seit ich die Arbeit an meinem Manuskript beendet habe, habe ich dieses Lied nicht mehr gehört. Ich bin entschlossen, es erst wieder zu spielen, wenn ich mit den "Todesfeen" auf Lesereise gehe.

Und darauf freue ich mich schon sehr.

Wie sehr gleicht mir mein Held? Weniger als man wohl erwartet. Nur seine Eigenschaft, immer weiter zu machen und niemals aufzugeben, selbst wenn alle Spuren im Nichts enden - das hat viel mit mir zu tun.
Eine Original-Schlagzeile über die harte Wirklichkeit im Gangland von Dublin, in dem ich für mehrere Reportagen recherchiert habe.
Die irische Geisterwelt hat mich schon immer fasziniert - und natürlich habe ich auch eine ganze Sammlung von Geisterbüchern für mein Irland-Archiv zusammengetragen. Dies hier ist die Illustration der Begegnung mit einer Banshee aus dem 19. Jahrhundert. Übrigens: Für die ersten Leser meines Manuskripts - auch für meine Lektorin bei Goldmann - wurde Manuel der Geisterforscher erklärtermaßen die Lieblingsfigur.